Online-Galerie 2018/19 [6]

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Bild: Europäische Kommission, Anhang II der Richtlinie 2014/40/EU

Dieser arme bleich geschminkte Mann erinnert an den Herrn aus der ersten Staffel der Bilder (2016/2017), der zu vielen Wiedererkennungseffekten geführt hat. Vielleicht wird jetzt die EU wieder verklagt, und hoffentlich muss sie diesmal die Karten auf den Tisch legen und beweisen, dass es sich um einen Schauspieler handelt.
Zum Vorwurf selbst: Nicht einmal der großen rechtsmedizinischen Koryphäe Prof. Karl-Friedrich Boerne (Münster) würde es gelingen, nach einer Herzattacke das Rauchen als „Täter“ dingfest zu machen. Es gibt wohl hunderte potentielle Risikofaktoren für dieses Leiden – und ebenso viele Gene, die dort mit hinein spielen (z.B. haben Studien zufolge Schwarze in den USA ein höheres Risiko). Wir empfehlen den Besuch des „Heart Attack Grill“ in Las Vegas: Dort gibt es den kalorienreichsten Hamburger der Welt und rauchen darf man auch.

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Bild: Europäische Kommission, Anhang II der Richtlinie 2014/40/EU

Ein Bild, das vom letzten Casting für einen Horrorfilm übrig geblieben zu sein scheint. Die ungesunde Gesichtsfarbe als ständiges Stilmittel: Bleich wie Gevatter Tod kriecht der Raucher durch sein Leben. Fernab der Realität, aber das Kopfkino der hauptberuflichen Tabakbekämpfer spielt sich ohnehin in einer Parallelwelt ab. Und zwar in einer, wo sich – im Gegensatz zu Deutschland – die Lebenserwartung seit Einführung der Industriezigarette nicht verdoppelt hat.
Und übrigens nicht die feine Art, Behinderungen bzw. Behinderte für Anti-Rauch-Propaganda zu missbrauchen. „Diese Sujets vermitteln ein klischeehaftes und negatives Bild von Behinderung, die ich als diskriminierend empfinde“, sagte ein österreichischer Parlamentarier und Behindertenpolitiker zu diesen Bildern.
„Behindert ist man nicht – behindert wird man“? Raucher werden jedenfalls beim Ausleben ihres Lebensstils in zunehmendem Maße behindert. Von Staats wegen, aber auch durch die grassierende Neigung in der Gesellschaft, seine Mitmenschen zu gängeln.

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Günter Ropohl: Besorgnisgesellschaft. Hintergründe der Tabakbekämpfung, Parodos Verlag, Berlin 2014, ISBN: 978-3-938880-67-8

„Ob der Sterbende durch Schlaganfall oder Herzinfarkt in Minutenschnelle dahingerafft, ob er durch allgemeine Schwäche sanft entschläft, oder ob er wochen- und monatelang in hilflosem Schmerz dahinsiecht, das hängt von der Verfassung des Patienten und der Art der Erkrankung ab, nicht aber von möglichen Einfluss­faktoren der Krankheit. Ein lebenslanger Raucher, der an einem plötzlichen Herzinfarkt stirbt, hat einen schöneren Tod als der lebenslange Nichtraucher, dessen Organe nach und nach von aggressiven Metastasen befallen werden.“

Prof. Dr.-Ing. habil. em. Günter Ropohl, ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Technologie und Fachautor

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