Tubifex, 01744 - Nicotiana rustica (Virginischer Tabak), CC BY-SA 3.0

Nachhaltiger Unfug über Tabak und Umwelt

Foto: Tabakpflanzen im Botanischen  Garten Bremen. Man sieht die verheerenden ökologischen Folgen auf einen Blick

Wenn man die Modeformel des Öko-Denkens, „nachhaltig“, mit Orwellschem Neusprech kombiniert („unkalt“, „undunkel“) kommt dabei „unnachhaltig“ heraus.

„‚Tabak ist ein durchweg unnachhaltiges Produkt, von Anfang bis Ende‘“, wird eine Mitarbeiterin von Unfairtobacco.org in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Der Artikel beschäftigt sich mit Umweltfragen beim Tabak und erweckt den Eindruck, dass bald der Weltuntergang bevorstünde, wenn weiter Tabakpflanzen angebaut werden.

Die Süddeutsche Bevormundungs-Zeitung (SBZ) fungiert traditionell als Sprachrohr der organisierten Tabakbekämpfung in Deutschland und jede noch so unseriöse Propaganda gegen das Rauchen ist immer herzlich willkommen. Der in Rede stehende Beitrag erfolgte in Kooperation mit dem Öko-Magazin natur, wo man normalerweise eher den Fleischkonsum böse findet, aber offenbar wird von der Anbetung der pflanzlichen Natur auch mal eine Ausnahme gemacht – nämlich, wenn es gegen den Tabak geht.

Als typisches Beispiel für einseitige Unwahrheitspresse werden vor allem die üblichen Verdächtigen aus dem Antitabakbereich unkritisch als Zeugen angeführt. Unfairtobbaco.org z.B. ist eine in Deutschland staatlich subventionierte Einrichtung, „dort arbeiten verschiedene Damen aus dem ‚alternativen‘ Spektrum in enger Abstimmung mit WHO-Strukturen an einer Darstellung des Tabakanbaus als gesundheitlich und ökologisch schädlich sowie menschenrechtsverletzend.“ Der Artikel schlägt den Bogen von angeblich durch Zigarettenkippen bedrohten Wasserflöhen zu Forderungen nach noch weitreicherenderen Werbeverbote von Tabakwaren. Man warnt vor Bodenerosion, Pestiziden, Kahlschlägen. Tabak sei eine Pflanze, die „Länder und Leute ruiniert, die sich dauerhaft auf sie einlassen.“

Da staunen die deutschen Tabakbauern sicherlich, in deren Anbaugebieten solche verheerenden Folgen doch irgendwann im Lauf der letzten 400 Jahre hätten auftreten müssen“, kommentierte derlei Behauptungen vor Jahren schon der Medizinprofessor Romano Grieshaber, ehemals Präventionsleiter einer Berufsgenossenschaft.

Was u.a. für die Pfalz jahrhundertelang galt – Tabakanbau als Lebensgrundlage – kennzeichnet heute die Situation in Entwicklungsländern wie dem bettelarmen afrikanischen Malawi. Das interessiert die Tabakbekämpfer nicht sonderlich, im Artikel wird vorgeschlagen, dort könne man doch stattdessen den umstrittenen Süßstoff Stevia heranzüchten, der bei einigen Zuckerfeinden hoch im Kurs steht. So kann man auch noch „Übergewicht“ als vermeintliches Problem ansprechen, ob die Wirtschaft in Malawi den Bach heruntergeht, stört nicht weiter. Offenbar auch nicht das Bundesentwicklungshilfeministerium, das Unfairtobacco.org mitfinanziert. Dessen Chef, Minister Gerd Müller (CSU) scheint immerhin Tabak und Nachhaltigkeit nicht für unvereinbar zu halten: Vor ein paar Jahren brachte er „nachhaltige“ Tabakwaren zu einem Besuch bei Altkanzler Helmut Schmidt mit. Der hat sich mit diesem Kram nicht weiter aufgehalten. Überhaupt sollte man der Ideologie der Nachhaltigkeit in dem Wissen begegnen, dass sie sich gegen Wohlstand und Fortschritt richtet, dass sie Einschränkung und Verzicht predigt und damit dem Menschen Fesseln anlegen will. Nicht ganz zufällig geht der politische Nachhaltigkeitsbegriff wesentlich auf den drei Jahrzehnte alten Brundtland-Bericht zurück, dessen Namensgeberin Gro Harlem Brundtland (frühere norwegische Ministerpäsidentin) später auch als WHO-Generaldirektorin eine verhängnisvolle Rolle spielte: In enger Kooperation mit einigen Pharmakonzernen intensivierte sie den Feldzug gegen den Tabak und schuf so eine Basis für die heutige weltweite Gesetzgebung zur Ausrottung des Tabakkonsums.

Im erwähnten Artikel wird auch die Thematik der Zigarettenkippen angesprochen. Schon dem vielleicht fanatischsten Antiraucher im Bundestag, Lothar Binding (SPD), gelang es „trotz aller verzweifelten Bemühungen nicht, den Chef der Heidelberger Kläranlage und dessen Abteilungsleiter zu Äußerungen zu bewegen,dass Zigarettenkippen ein Problem des Klärwesens darstellen.“ Es wird Zeit, stärker gegen die geistige Umweltverschmutzung vorzugehen, mit der Antitabak-Kreise die Gesellschaft verpesten.

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