Schockbild gesucht – tot oder lebendig

Auf einem der aktuellen Ekelbilder auf Tabakpackungen haben Angehörige und Bekannte bereits vor ein paar Monaten einen verstorbenen österreichischen Nichtraucher wiedererkannt, wie wir berichteten.

Zwischenzeitlich sind eine Witwe aus Belgien und ihr Sohn ihrem toten Gatten bzw. Vater wiederbegegnet – auf dem gleichen Schockporträt. Jetzt ergreift ein Frührentner aus dem Saarland das Wort, der sich selbst dort porträtiert sieht – nach einer Gehirn-OP vor 15 Jahren. Damit nicht genug: In Österreich haben sich zwei weitere Betroffene gemeldet. Es geht um einen 2001 an Lungenkrebs gestorbenen Ex-Gatten sowie einen lebendigen Polen. Die EU-Kommission beharrt weiterhin darauf, ein ominöser deutscher Schauspieler sei abgebildet, dessen Identität man nicht preisgeben wolle.

Statt der propagandistischen und manipulativen Textbotschaften sollte auf den Verpackungen vielleicht der schwarz umrandete Warnhinweis prangen: „Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig“.

Ob das überhaupt stimmt, muss sich allerdings noch herausstellen. Denn der erwähnte Pole berichtet, dass er vor ein paar Jahren in einem Wiener Krankenhaus im Koma lag und wohl währenddessen ohne sein Wissen abgelichtet worden sei – worauf das Gesundheitsministerium erfolglos bei ihm nachgefragt habe, ob sein Foto genutzt werden dürfe. Damit erhält der Verdacht auf Unregelmäßigkeiten neue Nahrung: Komapatienten fotografieren und ihr Porträt ohne deren Einverständnis verwenden – das wäre ein neuer Höhepunkt im skandalösen Verhalten der Tabakbekämpfer. Allerdings auch nicht sonderlich überraschend, schließlich gehen amtliche Sanitaristen über Leichen, um ihrem Ziel einer Welt ohne Tabakkonsumenten nahe zu kommen.

Außer auf diesem Motiv (in der dritten Reihe der Bildmotive 2018/19 wird der gleiche Mann übrigens erneut vorkommen, dann aber bei einer gestellten Reanimation) hat man offenbar noch niemanden wiedererkannt. Das Netzwerk Rauchen erneuert seinen Aufruf, uns sachdienliche Hinweise zur Identität abgebildeter Personen mitzuteilen. Das gilt insbesondere für die Gestalt mit dem Kind auf dem Arm, bei der selbst das Geschlecht umstritten ist, Journalist Harald Martenstein spricht von einer „Transgenderperson“. Und fragt sich generell zu den Abbildungen: „Welche Folgerollen werden einem nach einem Model-Auftritt als toter Raucher eigentlich angeboten? Reicht das schon fürs Dschungelcamp?“ Ach was, Zeit für ein ganz neues TV-Format: „DEUtschland sucht den Super-Rauchertoten“.

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