Online-Galerie 2016/17 [6]

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Bild: Europäische Kommission, Anhang II der Richtlinie 2014/40/EU

Bei dem armen bleich geschminkten Mann handelt es sich wohl um einen hauptberuflichen Erschrecker in angesehenen Geisterbahnen. Nicht mehr ganz junger Mann zum Mitreisen gesucht…
Nicht einmal der großen rechtsmedizinischen Koryphäe Prof. Karl-Friedrich Boerne (Münster) würde es gelingen, nach einer Herzattacke das Rauchen als „Täter“ dingfest zu machen. Es gibt wohl hunderte potentielle Risikofaktoren für dieses Leiden – und ebenso viele Gene, die dort mit hinein spielen. Wir empfehlen den Besuch des „Heart Attack Grill“ in Las Vegas: Dort gibt es den kalorienreichsten Hamburger der Welt und rauchen darf man auch.
Raucher haben übrigens besser Überlebensraten nach einem Herzinfarkt, wie kürzlich eine von auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie präsentierte Studie aussagt.
Was ist eigentlich mit den anderen Faktoren, die man ebenfalls als Ursachen für Herzattacken gefunden zu haben meint? Bei Alkohol und bestimmten Speisen könnte man ähnliche Ekelpornos auf den Speisen anbringen, aber wie steht es bei ethnischen Zusammenhängen, die mit dem Herzinfarktrisiko korrelieren?

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Bild: Europäische Kommission, Anhang II der Richtlinie 2014/40/EU

Die ungesunde Gesichtsfarbe scheint ein ständiges Stilmittel zu sein: Bleich wie Gevatter Tod kriecht der Raucher durch sein Leben. Fernab der Realität, aber das Kopfkino der hauptberuflichen Tabakbekämpfer spielt sich ohnehin in einer Parallelwelt ab. Einer, wo die Lebenserwartung in Deutschland sich seit Einführung der Industriezigarette nicht verdoppelt hat.
Und übrigens nicht die feine Art, Behinderungen bzw. Behinderte für Anti-Rauch-Propaganda zu missbrauchen. Ja, Behinderte sind offenbar unerwünscht. Das hatten wir schon mal. Wann war das noch gleich? Ach ja, als man das Rauchen und Trinken und Übergewicht bekämpfte, um den deutschen Volkskörper zu gesunden. Damals herrschte der totalitäre Gedanke, dass die Obrigkeit den persönlichen Lebensstil vorschreiben durfte und man sich für Staat und Führer gefälligst gesund zu sein hatte. Schön, dass wir heute weiter sind…
„Behindert ist man nicht – behindert wird man“? Raucher werden jedenfalls beim Ausleben ihres Lebensstils in zunehmendem Maße behindert. Von Staats wegen, aber auch durch die grassierende Neigung in der Gesellschaft, seine Mitmenschen zu gängeln.

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Günter Ropohl: Besorgnisgesellschaft. Hintergründe der Tabakbekämpfung, Parodos Verlag, Berlin 2014, ISBN: 978-3-938880-67-8

„Ob der Sterbende durch Schlaganfall oder Herzinfarkt in Minutenschnelle dahingerafft, ob er durch allgemeine Schwäche sanft entschläft, oder ob er wochen- und monatelang in hilflosem Schmerz dahinsiecht, das hängt von der Verfassung des Patienten und der Art der Erkrankung ab, nicht aber von möglichen Einfluss­faktoren der Krankheit. Ein lebenslanger Raucher, der an einem plötzlichen Herzinfarkt stirbt, hat einen schöneren Tod als der lebenslange Nichtraucher, dessen Organe nach und nach von aggressiven Metastasen befallen werden.“

Prof. Dr.-Ing. habil. em. Günter Ropohl, ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Technologie und Fachautor

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